Veröffentlicht am März 11, 2024

Die richtige Radwahl steigert die Performance oft effektiver als ein teures Chiptuning, da sie direkt an der physikalischen Grundlage der Fahrdynamik ansetzt: der ungefederten Masse.

  • Die Reduktion der ungefederten, rotierenden Masse hat einen überproportionalen Multiplikatoreffekt auf Beschleunigung, Bremsverhalten und Ansprechverhalten des Fahrwerks.
  • Die Entscheidung zwischen Leichtbau-, Breitbau- oder Aerodynamik-Rädern ist ein System-Kompromiss, der vom individuellen Fahrstil und den strengen Schweizer Homologationsvorschriften (MFK) abhängt.

Empfehlung: Analysieren Sie vor einer Investition die Amortisation über die geplante Haltedauer und klären Sie die Zulässigkeit für Ihr spezifisches Fahrzeug in der Schweiz lückenlos ab, um die kostspielige „Homologations-Falle“ zu vermeiden.

Viele leistungsorientierte Autofahrer in der Schweiz träumen davon, die Fahrdynamik ihres Fahrzeugs zu optimieren. Der erste Gedanke fällt dabei oft auf kostspielige Motor-Modifikationen wie Chiptuning oder neue Abgasanlagen. Doch es gibt einen fundamentaleren und oft wirkungsvolleren Ansatz, der direkt an der Schnittstelle zwischen Fahrzeug und Strasse ansetzt: das Rad. Die Wahl der Felgen und Reifen ist weit mehr als eine ästhetische Entscheidung. Sie ist ein entscheidender Eingriff in die Physik des Fahrens.

Die landläufige Meinung – leichter ist besser, breiter ist griffiger – kratzt nur an der Oberfläche. In Wahrheit ist die Rad-Optimierung ein komplexes Zusammenspiel aus Gewicht, Steifigkeit, Breite und Aerodynamik. Jede Änderung hat direkte und messbare Konsequenzen nicht nur auf die Längsbeschleunigung, sondern auch auf das Einlenkverhalten in Spitzkehren, die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn und den Bremsweg vor einer unübersichtlichen Kurve. Das eigentliche Geheimnis liegt im Konzept der ungefederten Masse und dessen oft unterschätztem Multiplikatoreffekt. Anstatt also blind dem Trend zu folgen, muss die Frage lauten: Welcher Rad-Kompromiss maximiert die Performance für mein spezifisches Fahrprofil – vom Pendeln im Mittelland bis zur sportlichen Fahrt über den Sustenpass – ohne in die teure Homologations-Falle zu tappen? Dieser Artikel quantifiziert den realen Gewinn und liefert eine technische, auf den Schweizer Kontext zugeschnittene Entscheidungsgrundlage.

Für einen faszinierenden Einblick in die technologische Spitze der Felgenherstellung zeigt das folgende Video den komplexen Prozess der Fertigung einer kompletten Titanfelge – ein Paradebeispiel für den Aufwand, der zur Gewichtsreduktion betrieben wird.

Um die komplexen Zusammenhänge zwischen Radwahl und Fahrperformance systematisch zu beleuchten, gliedert sich dieser Artikel in mehrere Kernbereiche. Von den physikalischen Grundlagen über wirtschaftliche Überlegungen bis hin zu den spezifischen rechtlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz werden alle relevanten Aspekte für eine fundierte Entscheidung behandelt.

Warum 4 kg leichtere Räder die Beschleunigung wie 30 PS Mehrleistung verbessern: die ungefederte Masse?

Das entscheidende Konzept zum Verständnis der Wirkung von leichten Rädern ist die ungefederte Masse. Dazu zählt alles, was sich zwischen der Fahrbahnoberfläche und der Fahrzeugfederung befindet: Reifen, Felgen, Bremsscheiben und Teile der Radaufhängung. Im Gegensatz zur gefederten Masse (Karosserie, Motor), die von der Federung getragen wird, müssen diese ungefederten Komponenten bei jeder Fahrbahnunebenheit beschleunigt und abgebremst werden. Eine Reduzierung dieser Masse verbessert das Ansprechverhalten des Fahrwerks dramatisch, da die Federung und die Stossdämpfer schneller und präziser arbeiten können.

Doch der grösste Effekt auf die Beschleunigung kommt von der rotatorischen Trägheit der Räder. Ein schweres Rad benötigt erheblich mehr Energie, um in Drehung versetzt (beschleunigt) oder abgebremst zu werden, als ein leichtes Rad. Diese zusätzliche Energie fehlt dem Fahrzeug für die reine Längsbeschleunigung. Der Effekt ist nicht linear, sondern potenziert sich. Physikalische Analysen belegen diesen Zusammenhang eindrücklich, wobei Studien zeigen, dass 1 Pfund weniger ungefederte Masse einer Reduzierung von bis zu 20 Pfund gefedertem Gewicht entsprechen kann, wenn man die rotatorische Komponente einrechnet.

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht die Dimension: In einem von „Sport Auto“ dokumentierten Praxistest konnte bei einem Porsche mit über 300 PS allein durch den Wechsel auf Felgen und Bremsscheiben, die insgesamt 36 kg leichter waren, eine Verbesserung der Beschleunigungszeit von 0 auf 200 km/h um 1,4 Sekunden erzielt werden. Dies ist eine Verbesserung, die sonst nur durch eine signifikante und teure Motorleistungssteigerung zu erreichen wäre. Das Fahrzeug fühlt sich nicht nur agiler an, es ist objektiv messbar schneller.

Die Reduktion der ungefederten Masse wirkt sich somit direkt auf drei Kernbereiche der Fahrdynamik aus:

  • Beschleunigung: Weniger rotatorische Trägheit bedeutet, dass mehr Motorleistung in Vortrieb umgesetzt wird.
  • Bremsen: Die Bremsanlage muss weniger rotierende Masse verzögern, was den Bremsweg verkürzt und die Fading-Resistenz erhöht.
  • Handling: Das Rad kann dem Fahrbahnprofil exakter folgen, was zu konstantem Grip, präziserem Einlenkverhalten und höherem Komfort führt.

Letztlich bedeutet eine geringere ungefederte Masse, dass das gesamte Fahrdynamik-System – Motor, Bremsen, Fahrwerk – effizienter und direkter arbeiten kann, was zu einem spürbar agileren und schnelleren Fahrzeug führt.

Wie wählen Sie zwischen Leichtbau, Breitbau und Aerodynamik-Rädern für Ihren Fahrstil?

Die Wahl des richtigen Rads ist immer ein Kompromiss, der auf den primären Einsatzzweck und den persönlichen Fahrstil abgestimmt sein muss. Es gibt nicht „das beste“ Rad, sondern nur das für Ihre Anforderungen am besten geeignete. Die drei Hauptkategorien – Leichtbau, Breitbau und Aerodynamik – verfolgen unterschiedliche Ziele und haben spezifische Vor- und Nachteile, gerade im anspruchsvollen Schweizer Strassennetz.

Leichtbauräder (z.B. geschmiedet, Flow-Forming) priorisieren die Reduktion der ungefederten und rotatorischen Masse. Sie sind die erste Wahl für den performanceorientierten Fahrer, der maximale Agilität, beste Beschleunigung und präzises Handling auf kurvigen Passstrassen wie dem Klausenpass oder dem Gotthard sucht. Breitbauräder hingegen zielen auf eine maximale Reifenaufstandsfläche ab. Sie bieten theoretisch höheren mechanischen Grip in trockenen Kurven, was auf einer Rennstrecke von Vorteil sein kann. Ihr Nachteil ist jedoch ein höheres Gewicht und ein erhöhter Rollwiderstand. Aerodynamik-Räder mit geschlossenen oder optimierten Speichendesigns reduzieren den Luftwiderstand bei hohen Geschwindigkeiten, was vor allem auf langen Autobahnfahrten im Mittelland den Verbrauch senken kann.

Ein entscheidender technischer Aspekt, der oft übersehen wird, ist die Einpresstiefe (ET). Wie OZ-Racing Schweiz in seiner technischen Dokumentation erklärt:

Die Einpresstiefe informiert über den Abstand zwischen Felgenmitte und dem Teil der Felge, an der die Nabe des Fahrzeugs aufsetzt.

– OZ-Racing Schweiz, Technische Dokumentation Tuningfelgen

Eine falsche Einpresstiefe verändert die Spurweite und kann die Lenkgeometrie sowie das Fahrverhalten negativ beeinflussen und im schlimmsten Fall zur Kollision des Rades mit Fahrwerksteilen oder der Karosserie führen. Die folgende Tabelle bietet eine auf Schweizer Gegebenheiten zugeschnittene Entscheidungshilfe.

Vergleich der Felgentypen für Schweizer Fahrer
Felgentyp Gewicht Ideal für Preis CHF MFK-konform
Geschmiedet (Leichtbau) 7-12 kg Alpen-Sportler, Passstrassen 800-2000 Mit ABE/Gutachten
Flow-Formed 10-15 kg Mittelland-Pendler 400-1000 Meist eintragungsfrei
Gegossen (Breitbau) 12-20 kg Show & Optik 300-700 Eintragung nötig

Für den typischen Schweizer Fahrer, der eine Mischung aus Alltagsnutzen, gelegentlichen sportlichen Ausfahrten und Autobahnetappen bewältigt, stellt eine hochwertige Flow-Forming-Felge oft den besten Kompromiss aus Gewichtsreduktion, Stabilität und Kosten dar.

Leichtbauräder vs. Standardräder: rechtfertigen 2000 CHF den Alltagsnutzen oder nur Rennstreckeneinsatz?

Die Investition in einen Satz hochwertiger Leichtbauräder, die schnell 2000 CHF oder mehr kosten kann, wirft eine berechtigte Frage auf: Ist der spürbare Nutzen im Alltag den Preis wert oder handelt es sich um eine Optimierung, die nur auf der Rennstrecke wirklich zum Tragen kommt? Die Antwort liegt in einer nüchternen Kosten-Nutzen-Analyse und der Betrachtung der Fertigungstechnologien. Standardräder sind meist gegossen, was ein günstiges, aber schweres und weniger dichtes Materialgefüge zur Folge hat. Am anderen Ende des Spektrums stehen geschmiedete Räder, die unter massivem Druck geformt werden und dadurch extrem leicht und stabil sind – aber auch sehr teuer.

Einen exzellenten Kompromiss bietet das Flow-Forming-Verfahren. Hier wird ein gegossener Rohling unter Hitze und Druck ausgewalzt, was das Material verdichtet und eine leichtere, aber dennoch stabile Felgenstruktur ermöglicht. Diese Technologie macht Leichtbau für den Alltagsfahrer erschwinglich. Moderne Fertigungsverfahren ermöglichen so extreme Gewichtsreduktionen, wie eine 8×20 Zoll Schmiedefelge mit nur 12,2 kg eindrucksvoll beweist.

Flow-Forming Felgenherstellung als Kompromiss zwischen Leichtbau und Preis

Der Alltagsnutzen manifestiert sich nicht nur in der reinen Beschleunigung. Ein leichteres Rad verbessert den Abrollkomfort, da das Fahrwerk feinfühliger auf kurze Stösse wie Kanaldeckel oder Querfugen reagieren kann. Das Einlenkverhalten wird direkter und agiler, was das Fahren auf kurvigen Landstrassen deutlich angenehmer macht. Zudem kann der geringere Roll- und Luftwiderstand zu einer messbaren Reduktion des Kraftstoffverbrauchs führen. Diese kleinen, aber konstanten Verbesserungen summieren sich im Alltag zu einem spürbar besseren Fahrerlebnis.

Ihr Plan zur Kosten-Nutzen-Rechnung für Schweizer Autofahrer

  1. Anschaffungskosten kalkulieren: Rechnen Sie mit ca. 2000 CHF für einen hochwertigen Leichtbauradsatz.
  2. MFK-Abnahme einplanen: Budgetieren Sie zusätzlich 150-300 CHF für die Eintragung beim Strassenverkehrsamt.
  3. Wiederverkaufswert schätzen: Ein Markensatz kann nach 5 Jahren oft noch 40-60% des Neupreises erzielen.
  4. Jährliche Kosten berechnen: Ermitteln Sie die effektiven Kosten pro Jahr (z.B. (2000 – 800) / 5 Jahre = 240 CHF/Jahr).
  5. Spritersparnis einrechnen: Kalkulieren Sie eine mögliche Einsparung von ca. 0,2-0,5L/100km, was bei 15’000 km/Jahr 200-400 CHF entsprechen kann.

Für Fahrer, die ihr Fahrzeug wertschätzen und eine spürbare Verbesserung von Agilität und Komfort im täglichen Gebrauch suchen, kann sich die Investition also durchaus lohnen, insbesondere wenn die Spritersparnis und der Wiederverkaufswert in die Kalkulation einbezogen werden.

Warum zu breite Räder Radkästen beschädigen und Versicherungsschutz kosten: die Homologations-Falle

Der Reiz, durch extrem breite Räder eine aggressive Optik zu erzielen, ist gross. Doch genau hier lauert die Homologations-Falle, die in der Schweiz besonders kostspielig sein kann. Jede Änderung an Rädern und Reifen, die nicht der originalen Typengenehmigung des Fahrzeugs entspricht, muss von der Motorfahrzeugkontrolle (MFK) abgenommen und in den Fahrzeugausweis eingetragen werden. Werden Räder mit einer unpassenden Einpresstiefe (ET) oder übermässiger Breite montiert, können sie bei vollem Lenkeinschlag oder beim Einfedern an der Karosserie oder an Fahrwerksteilen schleifen. Dies führt nicht nur zu teuren Schäden an Reifen und Radkästen, sondern stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.

Viel gravierender sind jedoch die rechtlichen und versicherungstechnischen Konsequenzen. Ein Fahrzeug mit nicht eingetragenen, sicherheitsrelevanten Änderungen verliert seine Betriebserlaubnis. Ein Verkehrsrechtsexperte warnt unmissverständlich vor den Folgen:

Bei Unfällen mit nicht eingetragenen Rädern können Schweizer Versicherungen die Leistungen kürzen oder Regress nehmen.

– Verkehrsrechtsexperte, Schweizer Strassenverkehrsrecht

Das bedeutet, dass Sie im Schadenfall auf einem Grossteil oder sogar den gesamten Kosten sitzen bleiben könnten – sowohl für den eigenen als auch für den fremden Schaden. Um diese Falle zu umgehen, ist ein korrekter Eintragungsprozess unerlässlich. Dazu benötigen Sie für die Felgen eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder ein Teilegutachten, das die Kompatibilität mit Ihrem Fahrzeugmodell bescheinigt.

Der korrekte Prozess der MFK-Eintragung in der Schweiz umfasst mehrere Schritte:

  1. Dokumente beschaffen: Fordern Sie beim Felgenhändler das passende Eignungsdokument (Gutachten) für Ihr Fahrzeug an.
  2. Korrekte Spezifikationen wählen: Achten Sie penibel auf die im Gutachten vorgeschriebene Einpresstiefe (ET), den Lochkreis und die zulässigen Reifendimensionen.
  3. Termin vereinbaren: Buchen Sie einen Termin bei einem kantonalen Strassenverkehrsamt oder einer anerkannten Prüfstelle.
  4. Fahrzeug vorführen: Präsentieren Sie das Fahrzeug mit den montierten Rädern und den dazugehörigen Dokumenten zur technischen Prüfung.
  5. Eintragung erhalten: Nach erfolgreicher Prüfung wird die Änderung im Fahrzeugausweis vermerkt. Dies ist der offizielle Nachweis der Legalität.
  6. Versicherung informieren: Senden Sie eine Kopie des geänderten Fahrzeugausweises an Ihre Versicherung, um den Versicherungsschutz zu gewährleisten.

Die Investition in eine korrekte Homologation ist daher kein lästiger Kostenfaktor, sondern eine unverzichtbare Absicherung, die den Wert und die Sicherheit Ihres Fahrzeug-Upgrades langfristig garantiert.

Bei welcher geplanten Restnutzungsdauer lohnt sich ein 3000-CHF-Radsatz noch?

Ein hochwertiger Radsatz für 3000 CHF ist eine erhebliche Investition. Ob sich diese auszahlt, hängt entscheidend von der geplanten Haltedauer des Fahrzeugs ab. Eine einfache Amortisationsrechnung hilft, die Wirtschaftlichkeit objektiv zu bewerten. Der Schlüssel liegt in der Betrachtung der jährlichen Kosten, die sich aus der Differenz zwischen Anschaffungspreis und realistischem Wiederverkaufswert, geteilt durch die Nutzungsjahre, ergeben.

Hochwertige Markenräder, insbesondere geschmiedete Felgen, haben einen relativ hohen Wiederverkaufswert. Im Gegensatz zu vielen anderen Tuning-Teilen können sie oft für 40-60% des Neupreises weiterverkauft werden, vorausgesetzt, sie sind gut gepflegt und unbeschädigt. Dies reduziert die effektiven Gesamtkosten über die Haltedauer erheblich. Wer sein Fahrzeug nur noch ein oder zwei Jahre fahren möchte, wird die hohen Anschaffungskosten kaum amortisieren können. Die jährliche Kostenbelastung wäre unverhältnismässig hoch.

Detailprüfung gebrauchter High-End-Felgen auf Haarrisse und Authentizität

Planen Sie jedoch, Ihr Fahrzeug noch fünf oder mehr Jahre zu behalten, sieht die Rechnung ganz anders aus. Die jährlichen Kosten sinken auf ein Niveau, das durch die gesteigerte Fahrfreude, den verbesserten Komfort und die potenzielle Kraftstoffersparnis gerechtfertigt sein kann. Die folgende Tabelle veranschaulicht die Amortisation eines 3000-CHF-Radsatzes unter Annahme eines Wiederverkaufswertes.

Die nachfolgende Amortisationsrechnung zeigt deutlich, wie sich die jährlichen Kosten in Abhängigkeit der Haltedauer entwickeln. Grundlage ist eine typische Wertentwicklung für hochwertige Radsätze.

Amortisationsrechnung für verschiedene Nutzungsdauern
Restnutzung Kosten/Jahr Wiederverkauf Empfehlung
1 Jahr 2400 CHF 600 CHF Nicht wirtschaftlich
3 Jahre 600 CHF 1200 CHF Grenzwertig
5+ Jahre 360 CHF 1500 CHF Sehr empfehlenswert

Die Entscheidung für ein teures Rad-Upgrade sollte also immer im Kontext der langfristigen Fahrzeugplanung getroffen werden. Für Langzeitbesitzer ist es eine Investition in jahrelange, tägliche Fahrfreude, während es für Kurzzeitbesitzer oft ein finanziell unkluges Unterfangen darstellt.

Warum 4 kg leichtere Räder die Beschleunigung wie 30 PS Mehrleistung verbessern: die ungefederte Masse?

Während die Physik der ungefederten Masse die messbare Grundlage liefert, ist das subjektive Fahrerlebnis oft noch beeindruckender. Die Behauptung, dass 4 kg Gewichtsersparnis pro Rad wie 30 PS Mehrleistung wirken, ist eine Analogie, die das gefühlte Ergebnis treffend beschreibt. Es geht nicht darum, dass der Motor tatsächlich mehr Leistung produziert, sondern darum, dass die vorhandene Leistung viel effektiver und direkter auf die Strasse gebracht wird. Das Fahrzeug fühlt sich „leichterfüssig“ und spritziger an.

Dieser Effekt ist besonders bei Elastizitätsmessungen spürbar, also bei der Beschleunigung in einem bereits rollenden Zustand, wie zum Beispiel beim Überholen auf einer Landstrasse von 80 auf 120 km/h. Hier muss die Motorleistung nicht nur das Fahrzeuggewicht, sondern auch die Trägheit der schweren Räder überwinden. Leichtere Räder lassen den Motor freier hochdrehen und verkürzen diese entscheidenden Zwischensprints signifikant. Oftmals ist dieser Gewinn an Agilität im Alltag relevanter als eine um wenige Zehntelsekunden bessere 0-100-km/h-Zeit.

Praxisbeispiel Porsche 0-200 km/h

Der bereits erwähnte Test mit einem Porsche, bei dem eine Gewichtsersparnis von 36 kg an den ungefederten Massen zu einer Verbesserung von 1,4 Sekunden auf 200 km/h führte, illustriert dies perfekt. Eine solche Zeitdifferenz ist am Steuer nicht nur messbar, sondern deutlich spürbar. Das Fahrzeug reagiert bissiger auf Gasbefehle und fühlt sich in jeder Fahrsituation agiler und direkter an. Es ist diese Transformation des Fahrcharakters, die den Eindruck einer erheblichen Leistungssteigerung vermittelt.

Die psychologische Komponente ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Ein Fahrzeug, das präziser auf Lenkbefehle reagiert und direkteres Feedback von der Strasse gibt, vermittelt dem Fahrer mehr Vertrauen. Dieses erhöhte Vertrauen führt oft dazu, dass das Potenzial des Fahrzeugs sicherer und souveräner genutzt werden kann, was wiederum zum Eindruck einer höheren Gesamtperformance beiträgt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Analogie zu „mehr PS“ daher rührt, dass die Reduzierung der ungefederten Masse dem Fahrzeug erlaubt, seine vorhandene Leistung mit deutlich weniger internen Widerständen (Trägheit) zu entfalten, was zu einem objektiv messbaren und subjektiv begeisternden Performance-Gewinn führt.

Warum breite Reifen und Spoiler den Verbrauch um 20% erhöhen können: die Tuning-Falle

Während Leichtbauräder die Effizienz steigern können, führt der Trend zu immer breiteren Reifen und aggressiven Spoilern oft direkt in die Tuning-Falle: eine optische Aufwertung, die mit erheblichen Nachteilen bei Verbrauch und Alltagstauglichkeit bezahlt wird. Zwei physikalische Grössen sind hierfür verantwortlich: der Rollwiderstand und der Luftwiderstand. Jeder dieser Faktoren kann den Energiebedarf eines Fahrzeugs drastisch erhöhen.

Breitere Reifen vergrössern die Kontaktfläche zur Strasse, was den Rollwiderstand erhöht. Vereinfacht gesagt, muss der Motor mehr Energie aufwenden, um den Reifen gegen die Walkarbeit und die Verformung am Boden „vorwärts zu zwingen“. Studien und Praxistests belegen, dass allein der Wechsel zu breiteren Reifen zu einem Mehrverbrauch führen kann, da der Rollwiderstand proportional zur Reifenbreite steigt. Dieser Mehrverbrauch wird oft mit 0,2 bis 0,5 Litern pro 100 km beziffert.

Grosse Spoiler und Bodykits erhöhen zudem den Luftwiderstand (cW-Wert) des Fahrzeugs. Während sie bei Renngeschwindigkeiten den Anpressdruck verbessern können, wirken sie bei legalen Autobahntempi in der Schweiz primär wie ein Bremsschirm. Da der Luftwiderstand quadratisch mit der Geschwindigkeit wächst, macht sich dieser Effekt besonders bei Geschwindigkeiten über 80 km/h bemerkbar und kann den Verbrauch um weitere 5-15% in die Höhe treiben.

Praxisbeispiel Elektroauto: Die Reichweiten-Falle

Besonders dramatisch wirkt sich diese Tuning-Falle bei Elektroautos aus. Deren Effizienz ist stark von geringem Roll- und Luftwiderstand abhängig. Tests, die von Experten wie OZ Racing Schweiz analysiert wurden, zeigen: Der Wechsel von serienmässigen, schmalen Eco-Reifen auf breite Performance-Reifen kann die Reichweite eines Elektroautos um 10-15% reduzieren. Für ein Tesla Model 3 bedeutet das einen Verlust von 50 bis 70 Kilometern pro Ladung – ein hoher Preis für die Optik.

Wer also maximale Performance bei minimalem Verbrauch anstrebt, sollte auf übermässig breite Reifen und aerodynamisch ineffiziente Anbauteile verzichten. Die wahre Ingenieurskunst liegt in der Effizienz, nicht in der reinen Show.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Reduktion der ungefederten Masse durch leichte Räder ist der physikalisch wirksamste Hebel zur Verbesserung von Beschleunigung, Bremsleistung und Handling.
  • Die Wahl des Radtyps (Leichtbau, Breitbau, Aero) ist ein System-Kompromiss, der auf den persönlichen Fahrstil und das Einsatzgebiet (Passstrasse vs. Autobahn) abgestimmt sein muss.
  • In der Schweiz ist die korrekte Homologation (MFK-Eintragung) unerlässlich, um teure Schäden, Sicherheitsrisiken und den Verlust des Versicherungsschutzes zu vermeiden.

Wie aerodynamische Prinzipien Ihren Verbrauch auf Schweizer Autobahnen um bis zu 15% senken können

Neben dem Rollwiderstand ist der Luftwiderstand der grösste Feind der Effizienz, insbesondere bei den in der Schweiz üblichen Autobahngeschwindigkeiten um 120 km/h. Ab ca. 80 km/h wird mehr Energie zur Überwindung des Luftwiderstands als des Rollwiderstands benötigt. Eine aerodynamische Optimierung des Fahrzeugs bietet daher ein erhebliches Potenzial zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs, das oft unterschätzt wird. Dabei sind es nicht immer die teuersten Massnahmen, die den grössten Effekt haben.

Die wirkungsvollsten aerodynamischen Verbesserungen sind oft die einfachsten und kostengünstigsten. Das Fahren mit geschlossenen Fenstern kann den Verbrauch bereits um 2-3% senken. Noch drastischer wirkt sich die Demontage eines nicht benötigten Dachträgers aus, der den cW-Wert massiv verschlechtert und den Verbrauch um 5-10% erhöhen kann. Auch ein korrekter, leicht erhöhter Reifendruck reduziert nicht nur den Rollwiderstand, sondern verringert auch die Stirnfläche des Reifens und somit den Luftwiderstand geringfügig.

Aerodynamisch optimierte Felgen mit flächigem Design können ebenfalls einen Beitrag leisten, ihr Effekt ist mit 2-3% Einsparung jedoch oft geringer als der der oben genannten Massnahmen. Hierbei muss ein wichtiger System-Kompromiss beachtet werden, wie ein Schweizer Fahrzeugtechnik-Experte anmerkt:

Ein aerodynamisch geschlossenes Rad kann die Bremsenkühlung verschlechtern, was insbesondere bei Passabfahrten in der Schweiz ein relevanter Sicherheitsaspekt ist.

– Schweizer Fahrzeugtechnik-Experte, Technische Analyse Aerodynamik-Räder

Die folgende, aus verschiedenen Quellen zusammengetragene Übersicht vergleicht die Effektivität verschiedener Massnahmen bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h und zeigt, wo das grösste und kostengünstigste Potenzial liegt.

Aerodynamik-Massnahmen bei 120 km/h im Vergleich
Massnahme Verbrauchsersparnis Kosten CHF Effektivität
Korrekter Reifendruck 3-5% 0 Sehr hoch
Dachträger demontiert 5-10% 0 Sehr hoch
Aero-Felgen 2-3% 1500-3000 Mittel
Geschlossene Fenster 2-3% 0 Hoch

Die Auseinandersetzung mit der Aerodynamik zeigt, dass wahre Effizienz oft im Detail liegt. Die Anwendung dieser Prinzipien kann erhebliche Einsparungen ermöglichen.

Eine ganzheitliche Betrachtung der Fahrzeug-Aerodynamik ist somit ein intelligenter Weg, die Betriebskosten zu senken, ohne auf Fahrspass verzichten zu müssen. Oft sind es die kostenlosen Verhaltensänderungen, die den grössten finanziellen und ökologischen Nutzen bringen.

Geschrieben von Katharina Steiner, Katharina Steiner ist dipl. Elektroingenieurin FH und zertifizierte Expertin für automobile Elektromobilität und Antriebstechnologien. Sie arbeitet seit 13 Jahren in der Entwicklung und Beratung zu Hybrid-, Elektro- und konventionellen Antriebssystemen für den Schweizer Markt.