
Der Umstieg auf ein Zweirad ist für Schweizer Stadtpendler keine blosse Alternative, sondern eine strategische Neuausrichtung der persönlichen Finanzen und Lebenszeit.
- Die Gesamtkosten für einen Roller inklusive Carsharing-Abo können bis zu 75 % unter denen eines reinen Autobesitzes liegen.
- Eine durchdachte Ausrüstung erweitert die Nutzungssaison von 6 auf über 10 Monate und maximiert so die Rendite Ihrer Investition.
- Die gewonnene Flexibilität ermöglicht eine erweiterte Wohnortwahl, was zu monatlichen Einsparungen von über 800 CHF führen kann.
Empfehlung: Beginnen Sie mit einer detaillierten Analyse Ihrer persönlichen Kosten-Zeit-Matrix, um das optimale Mobilitäts-System für Ihre Bedürfnisse zu definieren, anstatt nur ein Fahrzeug zu kaufen.
Täglicher Stau auf dem Weg zur Arbeit, die frustrierende Parkplatzsuche in der Innenstadt und explodierende Kosten für Treibstoff, Versicherung und Unterhalt: Für viele Schweizer Stadtbewohner ist das Auto vom Freiheitsversprechen zur finanziellen und zeitlichen Belastung geworden. Die typischen Ratschläge beschränken sich oft auf den Kauf eines ÖV-Abonnements oder die Hoffnung auf Homeoffice. Doch diese Lösungen passen nicht zu jedem Lebensstil und ignorieren oft den Wunsch nach individueller, flexibler Mobilität.
Doch was, wenn die Lösung nicht darin besteht, die Mobilität einzuschränken, sondern sie intelligenter zu gestalten? Was, wenn die wahre Freiheit darin liegt, das System neu zu denken? Dieser Artikel bricht mit der oberflächlichen Betrachtung. Er zeigt auf, dass der Wechsel zum Zweirad weit mehr ist als eine saisonale Schönwetter-Option. Es ist eine ganzjährige, strategische Entscheidung, die bei richtiger Planung Ihr Pendlerleben revolutionieren kann. Wir werden nicht nur über Benzineinsparungen sprechen, sondern ein komplettes Mobilitäts-System analysieren, das Fahrzeug, Ausrüstung, Finanzen und sogar die Wohnortwahl umfasst.
Wir werden die knallharten Zahlen analysieren, die potenziellen Fallstricke aufdecken, die viele Umsteiger scheitern lassen, und Ihnen eine konkrete Roadmap an die Hand geben. Entdecken Sie, wie Sie nicht nur Kosten und Zeit sparen, sondern eine neue Form der urbanen Lebensqualität gewinnen.
Dieser Leitfaden ist strukturiert, um Sie von der ersten Analyse bis zur finalen Entscheidung zu begleiten. Entdecken Sie die quantifizierbaren Vorteile, einen schrittweisen Umstiegsplan, die wirtschaftlichen Strategien und die besten Werkzeuge, um das ganze Jahr über mobil zu bleiben.
Sommaire : Ihre strategische Anleitung zum Umstieg vom Auto aufs Zweirad in der Schweiz
- Warum Motorrad-Pendler in Zürich 40 Minuten täglich gegenüber Autofahrern gewinnen: die Stau-Umgehung?
- Wie planen Sie den Umstieg vom Auto zum Zweirad in 6 Schritten ohne Komfortverlust?
- Zweirad als Alleinfahrzeug vs. Zweitfahrzeug: welche Strategie ist für Schweizer Städter wirtschaftlicher?
- Der Realitätsschock: warum 30% der Zweirad-Umsteiger nach 6 Monaten zurück zum Auto wechseln
- Wie nutzen Sie Ihr Zweirad 10 Monate statt 6 Monate pro Jahr durch richtige Ausrüstung?
- Warum Motorrad-Pendler in Zürich 40 Minuten täglich gegenüber Autofahrern gewinnen: die Stau-Umgehung?
- Wie reduzieren Sie Ihre Pendelstrecke durch Wohnortwechsel, Jobwechsel oder Homeoffice um 50%?
- Motorrad oder Scooter: welches Zweirad passt zu Ihrem Schweizer Stadtpendler-Profil?
Warum Motorrad-Pendler in Zürich 40 Minuten täglich gegenüber Autofahrern gewinnen: die Stau-Umgehung?
Für Pendler in urbanen Zentren wie Zürich, Genf oder Basel ist die tägliche Gleichung frustrierend einfach: mehr Verkehr bedeutet weniger Lebenszeit. Der im Titel genannte Zeitgewinn von 40 Minuten pro Tag ist keine optimistische Schätzung, sondern die greifbare Realität für viele, die den Wechsel gewagt haben. Dieser Vorteil ergibt sich aus einer Kombination von Faktoren, die weit über das blosse „am Stau vorbeifahren“ hinausgehen. Mit einer wachsenden Community – laut Bundesamt für Statistik waren 2023 über 805.700 Motorräder in der Schweiz zugelassen – wird die Effizienz des Zweirads immer offensichtlicher.
Der grösste Hebel ist die Eliminierung der Parkplatzsuche. Während Autofahrer im Schnitt 10-15 Minuten pro Fahrt für die Suche nach einem teuren Parkplatz aufwenden, stehen Zweiradfahrern oft zahlreiche und meist kostenlose Parkmöglichkeiten direkt am Zielort zur Verfügung. Diese tägliche Zeitersparnis summiert sich schnell. Zweitens ermöglicht die schmale Silhouette eines Motorrads oder Rollers eine agilere Navigation durch den dichten Stadtverkehr. Auch wenn das Durchschlängeln rechtlich eine Grauzone darstellt, können Zweiradfahrer oft Lücken nutzen und an Ampeln weiter vorne stehen, was den Verkehrsfluss deutlich beschleunigt.
Die kumulierten Vorteile sind beeindruckend und definieren das Komfort-Paradoxon neu: Ist es wirklich komfortabler, 20 Minuten länger im klimatisierten Stau zu sitzen und sich über die Parkplatznot zu ärgern, als 20 Minuten früher, entspannter und mit frischer Luft am Ziel anzukommen? Für eine wachsende Zahl von Schweizer Pendlern ist die Antwort klar.
Wie planen Sie den Umstieg vom Auto zum Zweirad in 6 Schritten ohne Komfortverlust?
Ein erfolgreicher Umstieg ist kein spontaner Kauf, sondern ein geplanter Prozess. Der angebliche „Komfortverlust“ ist oft nur die Folge mangelnder Vorbereitung. Wer den Wechsel strategisch angeht, tauscht den Stress des Autopendelns gegen eine neue Form von Freiheit und Effizienz. Die Planung lässt sich in sechs logische Schritte unterteilen, die Sicherheit und Freude am Fahren von Anfang an gewährleisten.
Der erste und wichtigste Schritt ist die richtige Ausbildung. Ein solides Fundament an Fahrtechnik ist unerlässlich. Anschliessend folgt die Wahl der Ausrüstung, die entscheidend für den Komfort bei jeder Witterung ist. Moderne Schutzkleidung ist nicht nur sicher, sondern auch atmungsaktiv, wasserdicht und praktisch. Parallel dazu müssen die formellen Voraussetzungen geklärt werden; insbesondere die Frage, welcher Führerschein benötigt wird. Für viele Stadtpendler ist die 125ccm-Klasse (Führerausweis A1) ideal, da sie nach Absolvierung der praktischen Grundschulung ohne Prüfung zugänglich ist, sofern man bereits den Autoführerschein besitzt.

Bevor Sie sich finanziell binden, ist eine Testphase Gold wert. Mieten Sie Ihr Wunschmodell für ein Wochenende und simulieren Sie Ihre Pendelstrecke. So stellen Sie sicher, dass das Fahrzeug wirklich zu Ihnen passt. Erst danach sollten Sie sich mit Versicherungs- und Wartungsfragen beschäftigen, um die laufenden Kosten realistisch einschätzen zu können.
Ihr Aktionsplan für den erfolgreichen Umstieg
- Sicherheit zuerst: Absolvieren Sie TCS Motorrad-Grundkurse, um eine sichere Fahrpraxis für den Stadtverkehr zu erlangen.
- Ausrüstung als Investition: Wählen Sie hochwertige Schutzkleidung (3-Schichten-System), denn hier zu sparen, bedeutet am Komfort und der Sicherheit zu sparen.
- Bürokratie klären: Prüfen Sie Ihre Führerausweis-Kategorie (A1, A beschränkt) und die spezifischen kantonalen Regelungen für die 125er-Klasse.
- Praxistest durchführen: Starten Sie eine Testphase mit einem Mietmotorrad oder -roller bei gutem Wetter, um Ihre Pendelstrecke realistisch zu erleben.
- Kosten optimieren: Vergleichen Sie Versicherungen gezielt und fragen Sie nach Rabatten für Umsteiger oder Wenigfahrer.
- Langlebigkeit sichern: Erstellen Sie einen realistischen Wartungsplan für Ihre geplante Jahreskilometerleistung (z.B. 10’000 km/Jahr).
Zweirad als Alleinfahrzeug vs. Zweitfahrzeug: welche Strategie ist für Schweizer Städter wirtschaftlicher?
Die grösste finanzielle Hebelwirkung entfaltet der Umstieg, wenn er als strategische Desinvestition verstanden wird: der komplette Verzicht auf das eigene Auto. Für viele Schweizer Stadtbewohner, die nur gelegentlich ein Auto für Grosseinkäufe oder Ausflüge benötigen, ist die Kombination aus einem Roller und einem Carsharing-Abo wie Mobility die mit Abstand wirtschaftlichste Lösung. Der Gedanke, das „Hauptfahrzeug“ aufzugeben, mag zunächst radikal erscheinen, doch die Zahlen sprechen eine klare Sprache.
Die Fixkosten eines Autos (Versicherung, Steuern, Parkplatzmiete, Wertverlust) laufen unerbittlich weiter, auch wenn es die meiste Zeit nur herumsteht. Ein Roller oder ein Motorrad hingegen weist dramatisch niedrigere laufende Kosten auf. Kombiniert man dies mit der bedarfsgerechten Nutzung eines Carsharing-Fahrzeugs, entsteht ein hocheffizientes Mobilitäts-System. Besonders im urbanen Raum, wo der Trend zu elektrischen Lösungen geht, wird diese Strategie noch attraktiver. So liegt der Anteil von E-Rollern bei Neuzulassungen bereits bei 14,0 %, was die Betriebskosten weiter senkt.
Die folgende Analyse der Total Cost of Ownership (TCO) vergleicht drei typische Szenarien für einen Stadtpendler in der Schweiz und zeigt das enorme Sparpotenzial auf.
| Kostenfaktor | Nur Auto | Nur Roller + Mobility | Auto + Roller |
|---|---|---|---|
| Anschaffung/Jahr | 4000 CHF | 800 CHF + 290 CHF | 4800 CHF |
| Versicherung | 1200 CHF | 400 CHF | 1600 CHF |
| Parkkosten Stadt | 2400 CHF | 0 CHF | 1200 CHF |
| Treibstoff/Energie | 1800 CHF | 500 CHF | 1400 CHF |
| Total/Jahr | 9400 CHF | 1990 CHF | 9000 CHF |
Die Daten zeigen, dass die Strategie „Nur Roller + Mobility“ die jährlichen Kosten um über 7000 CHF im Vergleich zum reinen Autobesitz senken kann. Selbst die Beibehaltung des Autos als Zweitfahrzeug bringt kaum eine finanzielle Entlastung, da die hohen Fixkosten bestehen bleiben.
Der Realitätsschock: warum 30% der Zweirad-Umsteiger nach 6 Monaten zurück zum Auto wechseln
Trotz der offensichtlichen Vorteile ist die anfängliche Euphorie nicht für jeden von Dauer. Ein signifikanter Anteil der Neulinge kehrt dem Zweirad frustriert den Rücken. Der Grund ist selten ein einzelner Faktor, sondern meist eine Kombination aus unterschätzten Herausforderungen – der sogenannte Realitätsschock. Die häufigsten Gründe sind mangelndes Fahrkönnen bei schlechtem Wetter, unvorhergesehene Wartungskosten und die psychologische Hürde, bei Kälte oder Regen auf den vermeintlichen Komfort des Autos zu verzichten.
Viele Umsteiger erlernen nur die absolut notwendigen Grundlagen für die Prüfung und fühlen sich im dichten Verkehr oder auf nasser Fahrbahn schnell überfordert. Diese Unsicherheit führt zu Stress und nimmt die Freude am Fahren. Eine proaktive Massnahme dagegen sind weiterführende Kurse. Wie es TCS Training & Events formuliert, geht es um die Beherrschung der Maschine in allen Lagen. In einem Fahrsicherheitstraining wird genau das geübt.
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Ein weiterer Schockmoment sind die ersten Rechnungen für Service und Reifen. Die laufenden Kosten werden oft unterschätzt und können die anfängliche Spar-Kalkulation zunichtemachen. Eine realistische Budgetierung ist daher entscheidend.
Fallbeispiel: Unerwartete Wartungskosten eines Schweizer Pendlern
Ein typischer Pendler in der Schweiz legt rund 10’000 km pro Jahr zurück. Ein realistischer Wartungsplan für diese Distanz beinhaltet nicht nur den jährlichen Service, sondern oft auch einen neuen Satz Reifen und den Austausch von Verschleissteilen wie Bremsbelägen oder Kettensätzen. Laut einer Analyse von Comparis belaufen sich die jährlichen Wartungskosten schnell auf durchschnittlich 800-1200 CHF, je nach Motorradtyp. Diese Summe überrascht viele Umsteiger, die nur die niedrigen Treibstoffkosten im Blick hatten.
Der Schlüssel zur Überwindung dieses Realitätsschocks liegt in der Vorbereitung: Investieren Sie in Ihre Fähigkeiten durch Trainings und planen Sie die laufenden Kosten von Anfang an realistisch in Ihr Budget ein.
Wie nutzen Sie Ihr Zweirad 10 Monate statt 6 Monate pro Jahr durch richtige Ausrüstung?
Die Vorstellung, ein Motorrad oder einen Roller nur in den warmen Sommermonaten nutzen zu können, ist das grösste Hindernis auf dem Weg zum vollwertigen Autoersatz. Doch diese Annahme ist veraltet. Mit der richtigen Ausrüstung und einer mentalen Anpassung wird das Zweirad zum zuverlässigen Begleiter für mindestens zehn Monate im Jahr – auch im Schweizer Klima. Der Schlüssel dazu ist, sich nicht gegen das Wetter zu wehren, sondern sich intelligent darauf einzustellen. Der `Ganzjahrespendler` ist keine Frage der Härte, sondern der cleveren Systemintegration.
Moderne Funktionsbekleidung hat die Welt des Motorradfahrens revolutioniert. Das 3-Schichten-System ist hierbei das A und O: Eine atmungsaktive Basisschicht leitet Schweiss ab, eine Isolationsschicht (z.B. aus Fleece oder Daune) speichert Wärme, und eine wasser- und winddichte Aussenschicht schützt vor den Elementen. Dieses System erlaubt eine flexible Anpassung an Temperaturen von 5 bis 25 Grad Celsius. Ergänzt wird dies durch technische Zusatzausstattung am Fahrzeug selbst. Heizgriffe sind eine günstige und extrem wirksame Massnahme gegen kalte Finger, während Beinschutzdecken für Rollerfahrer eine warme und trockene Oase schaffen.

Sichtbarkeit und Sicherheit sind in der dunklen Jahreszeit zentral. High-Visibility-Ausrüstung in Leuchtfarben und mit reflektierenden Elementen ist ein Muss. Zusätzliche LED-Beleuchtung am Fahrzeug erhöht die Präsenz im Verkehr. Für die Fahrsicherheit sind spezielle Winter- oder Regenreifen mit besserer Haftung auf nassen und kalten Strassen eine lohnende Investition. Folgende Punkte fassen die Kernausrüstung zusammen:
- 3-Schichten-System anwenden: Basis-, Isolations- und Wetterschutzschicht für maximale Flexibilität.
- Technische Aufrüstung: Heizgriffe und Beinschutzdecken für Roller installieren, um den Komfort bei Kälte signifikant zu erhöhen.
- Spezialbereifung: Winter- und Regenreifen für bessere Haftung und Sicherheit auf nassen und kalten Strassen montieren.
- Sichtbarkeit maximieren: High-Visibility-Ausrüstung und LED-Zusatzbeleuchtung für die dunkle Jahreszeit nutzen.
- Detail-Komfort: Integrierter Schuhschutz und fixierbare Kapuzen an der Jacke verhindern lästige Nässe und Zugluft.
Warum Motorrad-Pendler in Zürich 40 Minuten täglich gegenüber Autofahrern gewinnen: die Stau-Umgehung?
Der Zeitgewinn durch das Umfahren von Staus ist der offensichtlichste Vorteil des Zweirad-Pendelns. Doch in der Schweiz ist die rechtliche Realität komplexer, als es scheint. Der weit verbreitete Glaube, man dürfe sich mit dem Motorrad legal an einer stehenden Autokolonne vorbeischlängeln, ist ein gefährlicher Irrtum. Das Verständnis der genauen Verkehrsregeln ist entscheidend, um den Zeitvorteil sicher und ohne teure Bussen zu realisieren.
Gemäss Schweizer Strassenverkehrsgesetz (SVG) ist das Überholen einer stehenden Fahrzeugkolonne für Motorräder grundsätzlich verboten. Dies wird als „Rechtsüberholen“ oder „Kolonnenspringen“ gewertet und stellt eine Verkehrsregelverletzung dar. Wer erwischt wird, muss mit Konsequenzen rechnen. Ein viel beachteter Fall, über den das Portal 20 Minuten berichtete, endete mit einer Busse von 300 Franken für einen Motorradfahrer, der sich im Stau an der Kolonne vorbeibewegte. Die einzige Ausnahme betrifft Velos, Mofas und E-Bikes, denen das rechts Vorbeifahren an einer stehenden Kolonne erlaubt ist.
Woher kommt also der reale Zeitgewinn? Er entsteht nicht durch illegales Durchschlängeln, sondern durch die Summe legaler Manöver: die Nutzung der vollen Fahrbahnbreite, um an Hindernissen vorbeizukommen, das schnellere Anfahren an Ampeln („Filter to the front“) und die Fähigkeit, in der Stadt agiler zu navigieren. Der wahre Zeitvorteil liegt in der mikroskopischen Effizienz bei jedem Stopp-und-Go-Vorgang. Anstatt also riskante Überholmanöver zu versuchen, konzentrieren sich smarte Pendler darauf, die legalen Spielräume des Zweirads maximal auszunutzen.
Diese rechtliche Klarstellung ist essenziell. Der Zeitgewinn ist real, aber er wird nicht durch das Brechen von Regeln erzielt, sondern durch die intelligente Nutzung der systemischen Vorteile des Zweirads innerhalb des gesetzlichen Rahmens.
Wie reduzieren Sie Ihre Pendelstrecke durch Wohnortwechsel, Jobwechsel oder Homeoffice um 50%?
Die radikalste Methode zur Reduzierung der Pendelzeit ist die Verkürzung der Distanz. Der Umstieg auf ein Zweirad kann hierbei eine unerwartete strategische Rolle spielen, indem er die Wohnortwahl erheblich erweitert. Viele attraktive und preisgünstigere Wohngegenden in den Agglomerationen sind für Autofahrer unattraktiv, weil die Strassen chronisch überlastet sind, und für ÖV-Nutzer, weil die Anbindung schlecht ist. Ein Zweirad schliesst genau diese Lücke.
Es ermöglicht, auch in Gemeinden mit suboptimaler ÖV-Anbindung zu leben, ohne auf die tägliche Flexibilität verzichten zu müssen. Diese erweiterte Freiheit bei der Wohnungssuche kann zu massiven finanziellen Einsparungen führen, die die reinen Fahrzeugkosten bei weitem übersteigen. Es ist eine komplette Neuausrichtung der persönlichen Lebens- und Kostenstruktur.
Fallbeispiel Aargau: Erweiterte Mobilität durch geteilte Busspuren
Einige Kantone fördern diese Flexibilität aktiv. Im Aargau beispielsweise ist die Nutzung von Busspuren für Motorräder seit über zehn Jahren Realität. Diese Massnahme wurde eingeführt, um Staus zu reduzieren und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Für Pendler bedeutet dies einen enormen Zeitgewinn auf Hauptverkehrsachsen und macht Wohnorte entlang dieser Korridore schlagartig attraktiver. Die erweiterte Mobilität durch solche Regelungen erlaubt es Pendlern, in günstigeren Wohngegenden zu leben, ohne täglich im Stau zu stehen.
Die finanzielle Dimension dieser Strategie ist beeindruckend. Ein Umzug aus dem teuren Stadtzentrum in eine gut erreichbare Agglomerationsgemeinde kann die monatlichen Wohnkosten drastisch senken, wie die folgende Vergleichsrechnung zeigt.
| Wohnlage | Miete/Monat | Pendlerkosten/Monat | Gesamt/Monat |
|---|---|---|---|
| Zürich Zentrum (2.5 Zi) | 2800 CHF | 70 CHF (ÖV) | 2870 CHF |
| Agglomeration + Roller | 1900 CHF | 150 CHF (Roller) | 2050 CHF |
| Ersparnis/Monat | 820 CHF | ||
Die monatliche Ersparnis von 820 CHF, also fast 10’000 CHF pro Jahr, zeigt, dass der grösste finanzielle Hebel des Zweirad-Umstiegs nicht beim Tanken, sondern bei der Miete liegen kann.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Umstieg ist ein strategisches Projekt: Er erfordert die Analyse eines gesamten Mobilitäts-Systems (Fahrzeug, Ausrüstung, Finanzen, Wohnort) und nicht nur den Kauf eines Fahrzeugs.
- Ganzjähriges Pendeln ist realistisch: Mit der richtigen Ausrüstung (3-Schichten-System, Heizgriffe) wird das Zweirad von einer Saisonlösung zum zuverlässigen Begleiter für über 10 Monate im Jahr.
- Die wahren Einsparungen liegen jenseits des Treibstoffs: Die grössten finanziellen Vorteile ergeben sich aus reduzierten Park-, Versicherungs- und vor allem Wohnkosten durch eine erweiterte Wohnortwahl.
Motorrad oder Scooter: welches Zweirad passt zu Ihrem Schweizer Stadtpendler-Profil?
Die letzte strategische Entscheidung im Umstiegsprozess ist die Wahl des richtigen Fahrzeugs. Die Frage „Motorrad oder Scooter?“ ist keine reine Geschmacksfrage, sondern sollte anhand Ihres spezifischen Pendlerprofils und Ihrer Prioritäten getroffen werden. Der Schweizer Markt bietet eine riesige Auswahl, was sich auch in den 48’809 Neuzulassungen im Jahr 2023 widerspiegelt. Beide Fahrzeugtypen haben klare Stärken und Schwächen im urbanen Kontext.
Der Scooter (Roller) ist der unangefochtene König der Praktikabilität. Sein grösster Vorteil ist der grosszügige Stauraum unter dem Sitz, in dem problemlos ein Helm, der Einkauf oder eine Laptoptasche verschwinden. Der breite Beinschild bietet zudem einen deutlich besseren Wetterschutz als jedes Motorrad. Durch die kompakte Bauweise und die oft kleineren Räder ist er extrem wendig und im dichten Stadtverkehr unschlagbar. Die „step-through“ Bauweise macht das Auf- und Absteigen, besonders in Business-Kleidung, sehr einfach.
Das Motorrad punktet hingegen mit Fahrstabilität und Leistung. Die grösseren Räder sorgen für ein ruhigeres Fahrverhalten, besonders auf schlechten Strassen oder bei höheren Geschwindigkeiten. Wer regelmässig Autobahnetappen in seinem Pendelweg hat, ist mit einem Motorrad deutlich besser bedient. Es vermittelt ein aktiveres, sportlicheres Fahrgefühl, was viele als Ausgleich zum Büroalltag schätzen. Der Nachteil ist der begrenzte Stauraum, der sich nur durch ein zusätzliches Topcase oder Satteltaschen erweitern lässt, sowie der geringere Wetterschutz.
Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Kriterien für Pendler gegenüber, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern.
| Kriterium | Motorrad | Scooter |
|---|---|---|
| Stauraum | Begrenzt (Topcase nötig) | Grosszügig (Helmfach integriert) |
| Wetterschutz | Minimal | Gut (Beinschild vorhanden) |
| Parkplatz Stadt | Mehr Platz nötig | Kompakt und wendig |
| Autobahn | Optimal | Ab 125ccm gut möglich |
| Wartung | Aufwändiger (z.B. Kette) | Einfacher (oft Riemenantrieb) |
Der Umstieg vom Auto auf ein Zweirad ist eine der wirkungsvollsten Entscheidungen, die Sie für Ihre Finanzen, Ihre Zeit und Ihre Lebensqualität in der urbanen Schweiz treffen können. Es ist an der Zeit, Ihr persönliches Mobilitäts-System zu analysieren und den ersten Schritt in eine flexiblere Zukunft zu machen. Beginnen Sie noch heute mit der Kalkulation Ihrer persönlichen Kosten-Zeit-Matrix und entdecken Sie Ihr Sparpotenzial.